Blind Spot Intervention
Eine Ausstellung
Was haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Statuen zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel. Statuen stehen im öffentlichen Raum und erinnern an einflussreiche Persönlichkeiten der Vergangenheit, während Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler meist in ihren Büros oder Laboren arbeiten… Doch nicht alle Wissenschaffende bleiben nur noch an ihrem Arbeitsplatz. Einige suchen nach neuen Wegen, um das gesellschaftliche Bewusstsein für das zu schärfen, was wissenschaftliche Erkenntnisse seit Jahrzehnten bestätigen: Wir befinden uns mitten in einer unumkehrbaren Klimakatastrophe und einem verheerenden Verlust der Biodiversität. Diese Entwicklungen verstärken Ungerechtigkeiten und schränken Freiheit, Gesundheit sowie das allgemeine Wohlbefinden ein.
Wenn wir einer Statue die Augen verbinden oder ihr den Mund stopfen, bringen wir damit unsere Wut über die Passivität der öffentlichen Hand zum Ausdruck – in einer Zeit, in der tiefgreifende, rasche und nachhaltige politische Maßnahmen erforderlich sind, um Leben zu retten. Tatsächlich wird die ökologische Krise vom allgemeinen wissenschaftlichen Konsens seit langem als Notfall und als dringende Notwendigkeit eingestuft.
“Hört auf die Wissenschaft!" ist das Motto der ersten Fotoserie, die Statuen berühmter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Knebeln zeigt. Obwohl Wissenschaffende seit Jahrzehnten über die Krise aufklären, sorgen politische Interessen und Lobbyismus dafür, dass unbequeme wissenschaftliche Erkenntnisse unhörbar bleiben.
Die "Probier's mal mit Gemütlichkeit"-Serie thematisiert die Gewalt, der die Klimabewegung ausgesetzt ist, wenn sie versucht, die Realität der Krise für alle Bürgerinnen und Bürger hörbar zu machen. Dazu haben wir die Berliner Buddy Bären, die für friedliches Zusammenleben stehen, mit Augenbinden versehen – ein Hinweis auf das fehlende öffentliche Entsetzen selbst bei unverhältnismäßiger Polizeigewalt.
Gigadurst
Vielleicht fällt es nicht sofort auf, da wir von Gewässern umgeben sind, aber Berlin-Brandenburg verzeichnet die geringsten Niederschlagsmengen in Deutschland.
Die Statuen, denen wir Augenbinden oder Knebel angelegt haben, drücken Angst, Traurigkeit, Wut und sogar Verzweiflung aus – Gefühle, die die Menschen in Berlin-Brandenburg empfinden könnten, wenn sie über die Auswirkungen der Tesla-Gigafactory auf unser Wasser nachdenken.
Wir müssen unser Wasser verteidigen! Stoppt Tesla!
Mit der Ausstellung möchten wir unsere Besucherinnen und Besucher dazu einladen, über ihre eigene Sicht auf die Polykrise nachzudenken. Welche Emotionen wecken die Bilder in Ihnen? Wie stellen Sie sich den öffentlichen Raum sowie die Rolle von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, von Bürgerinnen und Bürgern vor? Alle sind eingeladen, eigene Gedanken und Gefühle in Worten oder Zeichnungen festzuhalten und so den Open Tiny Kiezkiosk mit neuen Perspektiven und Ideen für Handlungsmöglichkeiten – und vielleicht auch mit neuer Hoffnung für die Zukunft – zu verlassen.
Wer es lieber hört als sieht, kann auch unseren Soundtrack abrufen. Ein Fiktionstext führt Sie ins Herz einer statue blinding Aktion - verfügbar in französischer oder der deutscher Version.
Die Ausstellung wurde gezeigt:
im Open Tiny Kiezkiosk in Berlin-Neukölln im Februar und July 2025,
auf der Langen Nacht der Wissenschaften 2025 auf dem Campus Adlershof der Humboldt-Universität zu Berlin,
während der Konferenz "Tough Conversations in Tough Times" organisiert vom Potsdam Research Institute For Sustainability im Dezember 2025.
Wir freuen uns immer, in neuen Räumen auszustellen. Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt auf.